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Wahrnehmungszyklus List

„Riechen“ führt in eine Turnhalle, die weniger architektonischer Raum als Erinnerungsraum ist. Weiche Schleier aus Weiß, gebrochene Linien und der abstrahierte Körper im Vordergrund erzeugen eine Atmosphäre von Kreidestaub, Licht und Bewegung als Mischung aus Geruch, Klang und körperlichem Nach-hall. Der Blick öffnet sich in eine Halle, die zugleich konkret und entrückt wirkt, als würde sie aus der eigenen Biografie auftauchen.

Die Ringe an der Decke, der Kasten und die Bodenlinien erscheinen reduziert auf Zeichen, die Wahrnehmung sichtbar machen. Der figurative Umriss ist keine Person, sondern eine Spur von Präsenz: eine Erinnerung daran, wie ein Raum riecht, schon bevor man ihn betritt.

RIECHEN

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach

Werkdaten
Titel: Riechen
Entstehung: 12.2025
Technik: Acryl, Kohle, Marker und Ölstick auf Leinwand
Format: 60x80, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 8

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In „What Lingers“ verschmilzt der Akt des Schmeckens mit dem Prozess des Erinnerns. Die farbigen, pastosen Kleckse erinnern an Aromen oder Sinnes-proben; sie liegen ungeordnet, wie Fragmente eines Moments, der sich kaum festhalten lässt. Das rote Dripping zieht als zentrale, vertikale Spur durch das Bild und bildet eine Geste, die sowohl Intensität als auch Verletzlichkeit markiert. Die Handskizzen unten verorten die Szene im Alltäglichen, ganz nah am Körper des Betrachters. Der groß gesetzte Schriftzug „What Lingers“ hebt das Werk in eine zweite Ebene: eine Frage nach dem, was auf der Zunge, im Körper, in der Erinnerung haften bleibt. Das Bild oszilliert zwischen Humor, Verstörung und einer leisen Poesie des Nachgeschmacks. Ein Werk über sichtbare und unsichtbare Spuren.

WHAT LINGERS

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach
Werkdaten
Titel: What lingers
Entstehung: 12.2025
Technik: Acryl, Strukturpaste, Kohle, Marker auf Leinwand
Format: 40x80, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 9

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Die Komposition vereint zwei Perspektiven eines Körpers: die körperliche Rückansicht und ein abstrahiertes Spiegelbild, das eher eine Empfindung als eine Abbildung zeigt. Der grafische, blau gezeichnete Pullover wirkt wie eine Schicht zwischen der Figur und Welt, wie ein Muster, das Schutz bietet und gleichzeitig Distanz markiert. Farbüberlagerungen in Neonorange, Rotviolett und kühlen Blautönen erzählen von Spannung, Fragmentierung und inneren Zuständen. So entsteht ein Bildraum, in dem Wahrnehmung nicht feststeht, sondern sich im Dialog zwischen Figur, Spiegel und Betrachter immer neu formt.

SELBSTWAHRNEHMUNG

Elisabeth Caspar
Titel: Selbstwahrnehmung
Entstehung: 11.2025
Technik: Acryl, Marker und Kohle auf Leinwand
Format: 80x80, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 2

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„Symbiont“ zeigt zwei Gestalten, die untrennbar miteinander verbunden scheinen, nicht als klar getrennte Körper, sondern als ineinander übergehen-de Formen, die sich gegenseitig definieren. Die Linien legen nahe, dass keiner von beiden vollständig isoliert existiert. Beziehung entsteht als Verschmelzung und als Reibung. Diese Nähe ist jedoch nicht nur zärtlich. Sie ist auch riskant. Die farblichen Gegensätze - das pulsierende Rot rechts, das kühle, fragile Grün links - zeigen zwei emotionale Räume, die sich berühren und zugleich behaupten wollen. Die Figurengrenzen lösen sich an einigen Stellen auf, an anderen werden sie energisch nachgezogen. Der im Bild enthaltene Bibelvers „Ihr seid zur Freiheit berufen“ (Gal 5,13), bringt einen entscheidenden Spannungsimpuls: Freiheit ist nicht Loslösung, sondern geschieht in Beziehung. Der nachfolgende Satz verweist auf die Gefahr der Vereinnahmung und das Ringen darum, die eigene Integrität zu bewahren.
So wird „Symbiont“ zu einer visuellen Reflexion über Nähe, Freiheit und Verantwortung: Wie viel Nähe erträgt ein Mensch? Wann beginnt Auflösung? Wo entsteht echte Freiheit - in Abgrenzung oder im mutigen Miteinander?

SYMBIONT

Elisabeth Caspar
Entstehung: 10.2025
Technik: Acryl, Marker und Öl auf Leinwand
Format: 100x100, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 1

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„Hören“ führt in einen Zustand innerer Versenkung. Die Figur steht frontal zum Wald, der sich in rhythmischen, fast digital wirkenden Linien auflöst. Die Natur erscheint hier nicht als realer Raum, sondern als ein visuelles Echo aus Frequenzen, Impulsen und Störungen. Der Kopf bleibt fragmentarisch, durch-lässig, unfassbar. Er zeigt nicht, wer hört, sondern wie Hören erlebt wird: als Mischung aus Außenwelt und innerem Resonanzraum. Die Kopfhörer verstärken diesen Effekt, denn sie grenzen ab, schützen, fokussieren, filtern. Der rote, gestrichelte Eingriff markiert die Figur wie eine Schnittlinie. Er betont die Distanz zwischen Körper und Umgebung, verweist auf die Konstruktion von Wahrnehmung und darauf, wie selektiv Hören sein kann: Wir schneiden aus, was uns nicht erreicht, und verstärken, was innerlich Bedeutung bekommt. Das Werk bewegt sich zwischen Stille und Überlagerung, zwischen Natur und Abstraktion, zwischen Außenreiz und innerem Echo. Es ist eine Einladung, den Moment zu erleben, in dem Geräusche nicht nur gehört, sondern emotional verarbeitet werden.

HÖREN

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach

Werkdaten
Titel: Hören
Entstehung: 11.2025
Technik: Acryl, Marker, Kohle und Ölstick auf Leinwand
Format: 80x80, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 3

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Dieses Werk kreist um das Unfassbare: den Atem als unsichtbare Bewegung, als Impuls, als Grenze. Die Figur ist nur angedeutet, fast durchscheinend. Ihre Linien brechen immer wieder in Farbnebel, Schichten und offene Räume auf. Im rechten Bildfeld ziehen schwere, schwarze Drippings nach unten. Sie wirken wie eine Verdichtung, wie der Moment, in dem Atem stockt. Dazwischen liegt ein kaum lesbarer Satz, mehr geflüstert als geschrieben: „A breath feels lighter than a word.“ Er erscheint und verschwindet zugleich, gefangen im Zwischenraum der Tropfen. Die orangefarbene Kontur des Brustkorbs scheint zu pulsieren; darunter schimmern Farbräume, die sich verflüchtigen wie ein Ein- und Ausatmen. Am unteren Rand tauchen fragmentierte Buchstaben auf, die wieder von der Oberfläche zurück in die Tiefe gezogen werden - Spuren eines inneren, meditativen Dialogs, der nicht zur Sprache kommt.
„Atem“ ist ein Bild über Durchlässigkeit und Widerstand, über das, was sich entfalten will, und über das, was es zurückhält. Ein Moment von Wahrnehmung, der sich zwischen Körper und Innenwelt fängt.

ATEM

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach

Werkdaten
Titel: Atem
Entstehung: 9.2025
Technik: Acryl, Kohle und Marker auf Leinwand
Format: 40x60, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 4

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Die sitzende Figur wirkt präsent und gleichzeitig im Auflösen begriffen. Sie ist körperlich da, doch im Gesicht ohne Kontur. Sie verweilt in einem Zustand des Aushaltens, des Daseins, der stillen, geduldigen Begleitung. Die warmen, gelblichen Flächen um sie herum erinnern an Licht, an Nähe, an Fürsorge. Gleichzeitig berühren sie den Raum, in dem Erinnerungen brüchig werden und Wahrnehmung sich entzieht. Dadurch werden jene Prozesse angedeutet, in denen Identität langsam an Klarheit verliert. Über diese Szene legt sich ein grafisches VOID: Tropfen, Übermalungen und Linien, die von Zerfall erzählen, vom Verschieben, vom Verschwinden, fast wie das langsame Entgleiten einer Persönlichkeit in einzelne Fragmente. Der weiße, gestische Bogen verbindet beide Ebenen, die ruhige Welt der Figur und die aufgerissene Struktur des VOID, als eine Berührung, ein Übergang, ein letzter Faden. Die kleinen blauen Dreiecke wirken wie ein Rest von Ordnung, ein Muster, das bleibt, wenn anderes längst verschwunden ist. So wird das Bild zu einer leisen Erzählung über das Sehen und Begleiten: über Nähe, die bestehen bleibt, wenn Worte oder Erinnerungen es nicht mehr tun. Ein Werk, das Zurückhaltung und Zärtlichkeit in eine kraftvolle, urbane Bildsprache übersetzt.

VERGESSEN

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach

Werkdaten
Titel: Vergessen
Entstehung: 9.2025
Technik: Acryl und Öl auf Leinwand
Format: 60x60, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 5

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„Sehen“ verhandelt die Art und Weise, wie wir Wirklichkeit filtern, deuten und neu zusammensetzen. Die Figur steht vor einer weit geöffneten Landschaft. Es ist jedoch nicht entscheidend, was sie sieht, sondern wie sie sieht. Die großformatige Sonnenbrille wirkt wie ein Wahrnehmungsfilter, in dem Farbe, Licht und Fragment miteinander konkurrieren. Die Pixelstrukturen im Himmel und am Boden verweisen auf digitale Bildwelten und unterbrechen die Klarheit der Szene. Dadurch entsteht eine zweite Ebene des Sehens. Die Figur bewegt sich im Übergang zwischen Auflösung und Klarheit. Ihr Körper bleibt offen und malerisch, während der Raum durch grafische Linien, Kohlestrukturen und Rasterelemente präzise gefasst wird. Am unteren Bildrand bildet die Dripping-Zone ein Gegengewicht zu den geometrischen Setzungen. Sie erdet die Figur und bringt Bewegung und Materialität in die Fläche – ein sichtbares Echo des Arbeitsprozesses. „Sehen“ lädt dazu ein, den eigenen Blick zu reflektieren.

SEHEN

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach
Werkdaten
Titel: Sehen
Entstehung: 11.2025
Technik: Acryl, Kohle, Ölstick auf Leinwand
Format: 80 × 80, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 6

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Intuition zeigt den Moment, in dem Körper und Wahrnehmung miteinander verschmelzen. Die Figur sprintet auf den Betrachtenden zu, entsteht förmlich aus den Farbströmen heraus und wirkt wie ein innerer Impuls, der sich in Bewegung verwandelt, noch bevor ein bewusster Gedanke gefasst wird.
Gleichzeitig spürt man körperlich den Reflex, einen Schritt zur Seite zu ma-chen, als eine intuitive Reaktion auf die Kraft, die auf uns Betrachtende zu-kommt. Das Bild hält damit genau den Augenblick fest, in dem Intuition so-wohl Ursprung als auch Antwort ist.
Das Bild öffnet damit zwei Richtungen zugleich: die Intuition, die von innen nach außen führt, und die Intuition, die als Reaktion auf die Welt entsteht. Die Figur bleibt unvollendet als Hinweis darauf, dass Wahrnehmung sich ständig bildet, korrigiert, verschiebt. Intuition geschieht nicht in der Figur, sondern zwischen Bild und Betrachtendem.

INTUITION

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach

Werkdaten
Titel: Intuition
Entstehung: 11.2025
Technik: Acryl, Kohle und Ölstick auf Leinwand
Format: 70x100, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 7

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