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Wahrnehmung

Der Wahrnehmungszyklus ist ein künstlerisches Forschungsprojekt über das Erleben. Neun teils großformatige Arbeiten widmen sich zentralen Formen der Wahrnehmung (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Selbstwahrnehmung, Intuition, Symbiose, Vergessen und Atem) und übersetzen sie in eine eigenständige visuelle Sprache.Die Bilder entstehen aus körperlichen Impulsen, inneren Resonanzen und der Spannung zwischen Kontrolle und Loslassen. Farbflächen, Linien und schriftliche Fragmente wirken wie Schichten einer inneren Bewegung: mal präzise gesetzt, mal impulsiv, mal suchend. Wahrnehmung zeigt sich hier nicht als Abbild, sondern als Prozess, der sich stetig neu ordnet.Der Zyklus lädt ein, selbst mitzuschwingen: mit einer Farbe, einer Erinnerung, einer Geste, einem Geruch, einem Geräusch oder einem Echo im eigenen Körper. Er versteht Wahrnehmung als Beziehung zwischen Innen und Außen, zwischen Menschen, zwischen dem Sichtbaren und dem Nicht-Ganz-Benennbaren.So wird diese Ausstellung zu einer Einladung, präsent zu werden: sehen Sie, hören Sie, spüren Sie und entdecken Sie sich selbst.

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#WZ 3

HÖREN

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach

Werkdaten
Titel: Hören
Entstehung: 11.2025
Technik: Acryl, Marker, Kohle und Ölstick auf Leinwand
Format: 80x80, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 3

1190 EUR

Ein Mensch steht in einem Wald aus farbigen Klanglinien. Der Kopf bleibt fragmentarisch. Hören wird hier nicht abgebildet, sondern als innerer Zustand erfahrbar gemacht: als Mischung aus Fokus, Abschottung und Resonanz. Die roten Markierungen betonen die Grenze zwischen Außenwelt und innerem Raum.

„Hören“ führt in einen Zustand innerer Versenkung. Die Figur steht frontal zum Wald, der sich in rhythmischen, fast digital wirkenden Linien auflöst. Die Natur erscheint hier nicht als realer Raum, sondern als ein visuelles Echo aus Frequenzen, Impulsen und Störungen. Der Kopf bleibt fragmentarisch, durch-lässig, unfassbar. Er zeigt nicht, wer hört, sondern wie Hören erlebt wird: als Mischung aus Außenwelt und innerem Resonanzraum. Die Kopfhörer verstärken diesen Effekt, denn sie grenzen ab, schützen, fokussieren, filtern. Der rote, gestrichelte Eingriff markiert die Figur wie eine Schnittlinie. Er betont die Distanz zwischen Körper und Umgebung, verweist auf die Konstruktion von Wahrnehmung und darauf, wie selektiv Hören sein kann: Wir schneiden aus, was uns nicht erreicht, und verstärken, was innerlich Bedeutung bekommt. Das Werk bewegt sich zwischen Stille und Überlagerung, zwischen Natur und Abstraktion, zwischen Außenreiz und innerem Echo. Es ist eine Einladung, den Moment zu erleben, in dem Geräusche nicht nur gehört, sondern emotional verarbeitet werden.

© 2025 by Atelier26.

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