
Wahrnehmung
Der Wahrnehmungszyklus ist ein künstlerisches Forschungsprojekt über das Erleben. Neun teils großformatige Arbeiten widmen sich zentralen Formen der Wahrnehmung (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Selbstwahrnehmung, Intuition, Symbiose, Vergessen und Atem) und übersetzen sie in eine eigenständige visuelle Sprache.Die Bilder entstehen aus körperlichen Impulsen, inneren Resonanzen und der Spannung zwischen Kontrolle und Loslassen. Farbflächen, Linien und schriftliche Fragmente wirken wie Schichten einer inneren Bewegung: mal präzise gesetzt, mal impulsiv, mal suchend. Wahrnehmung zeigt sich hier nicht als Abbild, sondern als Prozess, der sich stetig neu ordnet.Der Zyklus lädt ein, selbst mitzuschwingen: mit einer Farbe, einer Erinnerung, einer Geste, einem Geruch, einem Geräusch oder einem Echo im eigenen Körper. Er versteht Wahrnehmung als Beziehung zwischen Innen und Außen, zwischen Menschen, zwischen dem Sichtbaren und dem Nicht-Ganz-Benennbaren.So wird diese Ausstellung zu einer Einladung, präsent zu werden: sehen Sie, hören Sie, spüren Sie und entdecken Sie sich selbst.

#WZ 2
SELBSTWAHRNEHMUNG
Elisabeth Caspar
Titel: Selbstwahrnehmung
Entstehung: 11.2025
Technik: Acryl, Marker und Kohle auf Leinwand
Format: 80x80, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 2
1190 EUR
Dieses Werk aus dem „Wahrnehmungszyklus“ stellt zwei Körper nebeneinander: den sichtbaren Rücken und das überzeichnete Spiegelbild. Linien, Farbschichten und Überlagerungen erzeugen einen Raum, in dem Wahrnehmung nicht eindeutig ist, sondern zwischen Innen und Außen schwankt. Die farbigen Akzente und der grafische Pullover machen sichtbar, wie sehr wir unser eigenes Bild immer wieder filtern, konstruieren und hinterfragen.
Die Komposition vereint zwei Perspektiven eines Körpers: die körperliche Rückansicht und ein abstrahiertes Spiegelbild, das eher eine Empfindung als eine Abbildung zeigt. Der grafische, blau gezeichnete Pullover wirkt wie eine Schicht zwischen der Figur und Welt, wie ein Muster, das Schutz bietet und gleichzeitig Distanz markiert. Farbüberlagerungen in Neonorange, Rotviolett und kühlen Blautönen erzählen von Spannung, Fragmentierung und inneren Zuständen. So entsteht ein Bildraum, in dem Wahrnehmung nicht feststeht, sondern sich im Dialog zwischen Figur, Spiegel und Betrachter immer neu formt.
