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Wahrnehmung

Der Wahrnehmungszyklus ist ein künstlerisches Forschungsprojekt über das Erleben. Neun teils großformatige Arbeiten widmen sich zentralen Formen der Wahrnehmung (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Selbstwahrnehmung, Intuition, Symbiose, Vergessen und Atem) und übersetzen sie in eine eigenständige visuelle Sprache.Die Bilder entstehen aus körperlichen Impulsen, inneren Resonanzen und der Spannung zwischen Kontrolle und Loslassen. Farbflächen, Linien und schriftliche Fragmente wirken wie Schichten einer inneren Bewegung: mal präzise gesetzt, mal impulsiv, mal suchend. Wahrnehmung zeigt sich hier nicht als Abbild, sondern als Prozess, der sich stetig neu ordnet.Der Zyklus lädt ein, selbst mitzuschwingen: mit einer Farbe, einer Erinnerung, einer Geste, einem Geruch, einem Geräusch oder einem Echo im eigenen Körper. Er versteht Wahrnehmung als Beziehung zwischen Innen und Außen, zwischen Menschen, zwischen dem Sichtbaren und dem Nicht-Ganz-Benennbaren.So wird diese Ausstellung zu einer Einladung, präsent zu werden: sehen Sie, hören Sie, spüren Sie und entdecken Sie sich selbst.

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#WZ 5

VERGESSEN

Elisabeth Caspar
Atelier26, Andernach

Werkdaten
Titel: Vergessen
Entstehung: 9.2025
Technik: Acryl und Öl auf Leinwand
Format: 60x60, gerahmt in schwarzer Schattenfuge
Werknummer: #WZ 5

1150 EUR

Eine stille Figur im Übergang: zwischen Nähe und Verschwinden, zwischen Fürsorge und dem langsamen Zerfransen der Erinnerung. Ein Bild über den Zwischenraum: zwischen dem, was sichtbar bleibt, und dem, was sich leise entzieht: Wahrnehmung, Begleitung und das Entgleiten von Identität.

Die sitzende Figur wirkt präsent und gleichzeitig im Auflösen begriffen. Sie ist körperlich da, doch im Gesicht ohne Kontur. Sie verweilt in einem Zustand des Aushaltens, des Daseins, der stillen, geduldigen Begleitung. Die warmen, gelblichen Flächen um sie herum erinnern an Licht, an Nähe, an Fürsorge. Gleichzeitig berühren sie den Raum, in dem Erinnerungen brüchig werden und Wahrnehmung sich entzieht. Dadurch werden jene Prozesse angedeutet, in denen Identität langsam an Klarheit verliert. Über diese Szene legt sich ein grafisches VOID: Tropfen, Übermalungen und Linien, die von Zerfall erzählen, vom Verschieben, vom Verschwinden, fast wie das langsame Entgleiten einer Persönlichkeit in einzelne Fragmente. Der weiße, gestische Bogen verbindet beide Ebenen, die ruhige Welt der Figur und die aufgerissene Struktur des VOID, als eine Berührung, ein Übergang, ein letzter Faden. Die kleinen blauen Dreiecke wirken wie ein Rest von Ordnung, ein Muster, das bleibt, wenn anderes längst verschwunden ist. So wird das Bild zu einer leisen Erzählung über das Sehen und Begleiten: über Nähe, die bestehen bleibt, wenn Worte oder Erinnerungen es nicht mehr tun. Ein Werk, das Zurückhaltung und Zärtlichkeit in eine kraftvolle, urbane Bildsprache übersetzt.

© 2025 by Atelier26.

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